Lettland weiß, wie man feiert!

   Am 18. November war Latvijas dzimšanas diena (der "Geburtstag" bzw. der Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Lettland).  

 Für mich der bisher schönste Tag in Lettland, denn die Letten wissen wie man feiert. Alle Gerüchte, die Letten wären unpatriotisch, unfreundlich, langweilig und nicht so toll wie der Rest Europas (die Gerüchte stammen alle von Letten, die ich kennen gelernt habe), wurden an einem Tag widerlegt.

 Am 18. November war Latvijas dzimšanas diena (der "Geburtstag" bzw. der Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Lettland).  

 Für mich der bisher schönste Tag in Lettland, denn die Letten wissen wie man feiert. Alle Gerüchte, die Letten wären unpatriotisch, unfreundlich, langweilig und nicht so toll wie der Rest Europas (die Gerüchte stammen alle von Letten, die ich kennen gelernt habe), wurden an einem Tag widerlegt.

Mein Tag begann ruhig und komodig mit einem Kaffee, Frühstück und der Musik aus dem Radio. Ganz unspektakulär. Einfach nur den freien Tag genießen und alle 5 Minuten vom Radiosprecher erinnert werden, dass heute doch Latvijas dzimšanas diena ist. Heißt für mich erst einmal ein freier Tag mit großer Wahrscheinlichkeit ein geiler Tag zu werden, da ich schon Pläne hatte den Tag zu feiern. Patricia war am späten Vormittag  nach Rīga gefahren, um den Nationalfeiertag mit Natalia und Marta dort zu feiern. Mein Plan war: Kaffee austrinken, duschen und mich langsam für den Nachmittag fertig mahen...denn da würde ich zu einem Lieder und Volkstanzkonzert gehen, das in der gleichen Halle stattfindet wo abends auch mein Tanzball ist. Da alle meine Leute in Rīga waren, auf Kinder aufpassen mussten, nicht erreichbar waren oder selber Teil des Konzertprogramms waren, ging ich also alleine. Aber es ist ja, wie es ist!  Man konnte den Eingang des Konzertes nicht verfehlen wenn man auf dem Rosenplatz stand. Die große Flügeltür war von Fackeln umsäumt. Man hat sich schon toll gefühlt zu einem Konzert zu gehen, bei dem die Eingangstür dekoriert ist, man seine Jacke abgibt, als würde man zum Theater gehen, um dann in einem Saal zu sitzen, der aussieht wie ein kleines Theater oder ein Ballsaal, ohne auch nur einen Cent daür zu bezahlen zu müssen.

Das Konzert war klasse. Natürlich weil Lienes Tanzgruppe teilgenommen hat, die so großartige Choreografien hat. Aber insgesamt war das Programm zu ehren des lettischen Nationalfeiertages gut gewählt.Zu Beginn gab es ein Video über die vier Regionen Lettlands, das mit einem Lied unterlegt wurde und zwischen den vielen Volkstanzgruppen gab es Lieder, und kleine Moderationseinheiten, in denen auch immer mal wieder ein Gedicht über das schöne Lettland; Kurzeme, Semgale, Latgale und Vidzeme, aufgesagt wurde. Zum Schluss standen natürlich alle auf, um die Lettische Hymne und die Hymne Liepajas zu singen.

So kurzer Blick auf meinen WIE-FEIER-ICH-LETTLANDS-GEBURTSTAG-ANGEMESSEN-PLAN: versuchen so schnell wie möglich die nächste Straßenbahn zu erwischen, nach hause, mich umziehen, damit ich für den Ball fertig bin, Lelde anrufen was als nächstes in Liepāja passiert, etwas essen und trinken, die nächste Straßenbahn nehmen und Lelde finden.

  

Momentane Herzinfarktgefahr 99% aber keine Panik...ich sitze in der Tram, seh aus wie ein junger Gott, patriotisch mit Lettlandflagge auf der Brust und gewappnet für ein Partynacht. Die Straßenbahn war so voll wie noch nie und in jedem Supermarkt konnte man Hamsterkäufe beobachten. Warum weiß keiner. Denn die Geschäfte sind hier ja eh 356 Tage im Jahr geöffnet. Scheint jedenfalls so. Bisher waren sie nämlich noch nicht einmal geschlossen. Aber ich habe es aufgegeben die Letten zu frag en  ob die Geschäfte auch an Weihnachten offen sind. Letten sagen nämlich instinktiv: "Ich habe keine Ahnung". Auch wenn sie es wissen. Es wussten auch alle, dass es eine große Show auf dem Platz vor Rimi geben wird...mit Feuerwerk. Aber wenn man danach gefragt hat bekam man nur die Antwort: Ich habe keine Ahnung...letztes Jahr war das so. Und das Jahr davor. Und davor. Und davor...Aber wie auch immer. Ich habe die Show mit Chor und Orchester, Glückwünschen von bekannten Leuten aus Liepāja und dem Feuerwerk am Kanal gesehen. So wie fast ganz Liepāja mit seinen über 80.000 Einwohnern. Und das war ein richtiges Feuerwerk. Da kann unser Kramermarktsf euerwerk nicht mithalten. Das Feuerwerk war mit einer Musik unterlegt, die Spannung erzeugt und dann fing es an. Und immer wieder traten die Farben Rot und Grün auf. Die Farben Lipājas. Und es war super lang und die Lichter spiegelten sich im Wasser des Kanals. WUNDERSCHÖN!!! 

Erneut ein Blick auf meinen WIE-FEIER-ICH-LETTLANDS-GEBURTSTAG-ANGEMESSEN-PLAN: 40 Minuten überbrücken, bis ich mich mit meiner Tanzpartnerin Aija am Rosenplatz treffe, um zum Ball zu gehen.

  

40 Minuten sind kein Problem: mit Leldes Mutter zum Top-Supermarkt gelaufen, Sekt gekauft, ins Hotel gegangen und mit Sekt gefüllten Kaffeetassen auf Lettland angestoßen.


 

So! Und nun mein Tanzball: Auf dem Tanzball waren Tänzer- und Sängergruppen eingeladen. Und somit natürlich auch meine Tanzgruppe und Lienes Volkstanzgruppe. Wir hatten auf unserem Tisch  so viele leckere S achen und sooooo viel Sekt und Kaffee. Die  beiden Getr änke haben mich meinen ganzen Tag lang begleitet. Unser Tisch sah aus wie an Silvester. Nach einem offiziellen Empfang wurde getanzt, gegessen und gertunken und sich unterhalten. Ganz normal. Doch in den Pausen gab es kleine Spiele wie Polonaisen und ein Spiel an dem Aija und ich teilnahmen, bei dem man mit den Zähnen ein Schleifenband, das über dem Knie der Tänzerinnen befest igt war,  öffnen musste. Wir hatten also viel Spaß... Natürlich habe ich auch mit Liene getanzt. Aber die meiste Zeit und schließlich auch bis zum Schluss habe ich mit Santa, der Tochter eines unserer Tanzpaare getantzt. Santa kannte ich schon aus Erzälungen ihrer Mutter. Santa studiert in Rīga und war jetzt bei ihren Eltern in Liepāja. Nach dem letzten Tanz und Liepājas Hymne um 2Uhr, fuhr ich dann mit Santas Familie nach Hause und viel glücklich und müde ins Bett.

Kurze Zusammenfassung: